Schweizer Monat
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Gewinner

Gewinner des 9. TREIBHAUS-Finales: Alexander Raschle (St. Gallen)

Am Mittwoch, den 11.5., fand das erste TREIBHAUS-Finale des Jahres im Zürcher Kaufleuten statt. Etwa 100 Gäste hatten sich in der damit ausverkauften Lounge eingefunden, um dem Wettbewerbsfinale beizuwohnen. Am Ende setzte sich Alexander Raschle aus St. Gallen mit seinem Text «Der Beobachtungsposten» gegen seine Konkurrenten Andreas Pfister (Zürich) und Jutta Schmid (Brugg) durch. Dass es dazu letztlich der Publikumsstimme nach Stechen bedurfte, zeigt einmal mehr wie spannend die TREIBHAUS-Finals sind.

Wir gratulieren Alexander Raschle zum gewonnenen Mentorat seiner literarischen Texte durch Lektorat:Literatur im Wert von CHF 1600.- und freuen uns, seinen Text in der kommenden Ausgabe abdrucken zu dürfen!
 

Gewinner des 8. TREIBHAUS-Finales: Heinz Weber (Basel)

Am Freitag, den 27.11.2015 fand das 8. TREIBHAUS-Finale im Literaturhaus Basel statt. Folgende Finalisten waren von der Jury für den TREIBHAUS-Lyrik-Nachwuchspreis nominiert worden:

Malou Strauss (Riniken)

Beat Stüdli (Basel)

Heinz Weber (Basel)

Schon lange vor dem eigentlichen Beginn des dritten und letzten TREIBHAUS-Finals 2015 strömten die ersten Zuschauer in den Saal des Literaturhauses Basel. Einige von Ihnen legten Schal und Handschuhe flux auf den Sitzen ab und stärkten sich dann noch auf dem nahen Weihnachtsmarkt – sie sollten gut daran tun. 

Als die Live-Jury (bestehend aus Michael Fehr und Francesco Micieli, verstärkt durch Schriftstellerin Simone Lappert) mitsamt den 3 Finalistinnen und Finalisten um kurz nach halb acht die Bühne erklommen hatte, gesellte sich auch Michael Wiederstein vom Literarischen Monat dazu, begrüsste und beglückwünschte Finalisten wie Publikum zum Mut, sich einerseits der Bühnenerfahrung, andererseits aber auch der besonderen Begegnung mit literarischen «Amateuren» – und das meinte er nicht despektierlich – samt ihren ersten Werken auszusetzen. Hildegard Keller, Schirmherrin und Moderatorin des Wettbewerbs wies denn auch noch einmal darauf hin, an welcher Schnittstelle des Betriebs das TREIBHAUS seine wertvolle Aufgabe erfüllt: die hier Lesenden stünden ganz noch am Anfang, Sinn und Zweck eines solchen Wettbewerbs könne und solle also das Entdecken und Fördern sein, gepaart mit einer guten Portion Mentorat und Kritik seitens der Jury. 

Film ab und Bühne frei also für Heinz Weber. Der Autor aus Basel hatte bisher seine Texte auf eigens erstellte Kalender gedruckt und bloss im Freundeskreis vorgelesen - sichtlich überrascht stellte er fest, dass nun ein Publikum sogar dafür zahle. Und zwar nicht zu unrecht, wie die Jury nach seiner Lesung der Gedichtsammlung «ausverkauf» bemerkte: hier treffe gesunde Lakonie auf gute Beobachtungsgabe, ja, so Francesco Micieli, hier wage ein Neuling etwas - und vieles gelinge auch bereits. Beat Stüdli, der zweite Finalist am Lesetisch, ebenfalls Basler, lenkte die Stimmung mit der Komposition «Die Fräse im Hof» in eine andere Richtung. Waren Webers Texte mitunter doch zum Schmunzeln und herzhaften Lachen arrangiert, setzte Stüdli auf konsequente, stark destillierte «Miniaturen» (Simone Lappert), Alltagsbeobachtungen, die eine Stimmung erzeugten, der man sich nur schwer entziehen könne. Gleiches galt auch für die letzte Finalteilnehmerin des Jahres 2015, Malou Strauss aus Riniken. Die Autorin hatte vor wenigen Jahren die Diagnose «Hirntumor» erhalten – und während der dramatischen Behandlung versucht, ihrer Ohnmacht der Krankheit gegenüber in Worten etwas entgegenzusetzen. Unter dem Titel «wider worte» gerannen biographisch induzierte Hilflosigkeit, Wut und Trauer zu Lyrik. Das Publikum war sichtlich mitgenommen von Inhalt und Vortrag der Gedichte – und Strauss gelang es, obschon sie vor dem Finale Zweifel daran hatte, ihren gesamten Gedichtzyklus selbst zu lesen. Eine Freundin von ihr war extra mitgekommen um als Leserin einzuspringen, wenn es krankheitsbedingt hätte sein müssen. 

Finalisten und Jury treffen aufeinander (Photo: Mariann Bühler)

Hildegard Keller bat die Jury um eine kurze Rückmeldung vor der Pause, Michael Fehr nutzt diesen Aufruf, um dem Publikum zu erklären, dass es am heutigen Abend vor allem darum gehe, ein konsistentes Geschmacksurteil abzugeben. Im Klartext: die Textsammlungen seien schon in sich sehr heterogen was Erzähltes und Qualität angingen, ein Vergleich der verschiedenen Texte sei also fast unmöglich. Vielmehr sei nun abzuwägen, wer noch wieviel Arbeit vor sich habe – und welche Texte über ihre Breite am ehesten überzeugten. Fehr, Micieli und Lappert verliessen dann die Bühne, um sich zur Beratung zurückzuziehen. Wie immer beim TREIBHAUS folgte nun: die Abgabe der Publikumsstimme über den Klatschpegel. Erstmals verzichtete das Orgateam allerdings auf das sonst obligate Pegelmessgerät zur Ermittlung der exakten Lautstärke. Das erwies sich für einmal als wenig riskant, denn der Publikumsapplaus für Malou Strauss war nicht nur länger als der für Heinz Weber und Beat Stüdli, sondern auch lauter. Damit stand es also 1:0:0 für die einzige Frau im Finale. Die ersten Gäste stiessen in der Pause bereits auf sie an.

Nachdem alle Zuschauer wieder Platz genommen hatten, war allerdings erst einmal Warten angesagt: die Jury hatte auch nach 35 Minuten noch nicht zuende diskutiert, musste klatschend auf die Bühne zurückbeordert werden. Nachdem die drei Juroren sich eingängig mit allen Texten auseinandergesetzt hatten, kam Simone Lappert als erstes zum Punkt und vergab ihre Stimme an Heinz Weber. Sie sei begeistert von seinem Umgang mit gewissen Alltagsbeobachtungen, freue sich über seinen sichtlichen Spass am richtigen Setzen der Wörter und Bilder - und machte gar Politisches aus, das sich nicht, wie so oft, in den Vordergrund dränge, sondern für punktuelle Nadelstiche sorge, was sie beeindruckte. 1:1:0 für Strauss/Weber. Beeindruckt zeigte sich nun Michael Fehr von den Destillierkünsten Beat Stüdlis, nachdem er Malou Strauss schon zum Vortrag gratuliert hatte, aber ihr auch eröffnete, dass er hier noch sehr viel Arbeit sehe, die aber, so der Berner Lyriker ganz sportsmännisch, sicher auch getan werde, da sei er überzeugt.

Die Live-Jury: Michael Fehr, Simone Lappert und Francesco Micieli (Photo: Mariann Bühler)

Fehr gab dennoch Stüdli seine Stimme mit dem Hinweis, dass hier endlich einmal nicht zuviel gesagt werde, zuviele Bilder in den Raum geworfen würden – und dass es schlicht so sei, dass die wenigen klaren Bilder ihn einfach überzeugten, authenthisch wirkten. Wenn er etwas zu kritisieren hätte, so Fehr, dann dass Stüdli zu wenig «Beat» in seinen Texten hätte, ja, dass hier und da ein wenig das Feuer fehle, der Ausbruch, das Wagnis. Stüdli lachte erleichtert. Mit diesem 1:1:1 oblag es nun Francesco Micieli, einen Sieger zu küren. Der Berner Schriftsteller machte keine Ausflüchte und teilte mit: Heinz Weber solle seine Stimme bekommen, dessen treffenden Wortspiele, der Mut in der Verbindung eigentlich unverbindlicher Gegebenheiten und auch die Gabe, eher zum Nachdenken denn zum blossen Zuhören und Ausmalen anzuregen, hätten ihn am ehesten überzeugt, der Zyklus habe zwar auch qualitative Höhen und Tiefen, aber die Höhen seien für ihn doch eindeutig matchentscheidend.

So konnte ein sichtlich begeisterter Heinz Weber seine fast 2200 Franken teure mechanische Armbanduhr TANGENTE DATUM von NOMOS Glashütte entgegennehmen, er fand sogar noch einige dankende Worte für Publikum und Gastgeber. 

Heinz Weber

TREIBHAUS-Gewinner Heinz Weber mit seiner neuen NOMOS Tangente Datum. (Photo: Michael Wiederstein)

Bis beinahe Mitternacht standen, sassen, tranken und diskutierten die Finalisten, die Jury und die Gäste noch im Literaturhauscafé «Kafka am Strand», bei einem Apéro und einem Glas Prosecco - die traditionelle Bratwurstofferte des TREIBHAUSES musste aus Respekt vor dem vorweihnachtlichen Wurstgewerbe in den Strassen Basels für einmal ausgesetzt werden. Dennoch: die Gäste waren begeistert, die Finalisten glücklich und der Abschluss dieses TREIBHAUS-Jahres mehr als würdig. Wir freuen uns, im kommenden Jahr wiederzukommen, liebe Basler. Dann sicher mit Bratwurst - und vielleicht mit Prosa?

Heinz Webers Gedichte unter dem Titel «ausverkauf» erscheinen in der Märzausgabe des Literarischen Monats. Die nächste Runde des TREIBHAUSES startet im ersten Quartal 2016. Bis bald! 


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Gewinner des 7. TREIBHAUS-Finales: Dominik Holzer (Zürich)

Wir geben zu: wir sind etwas spät dran (es war Sommer, es war heiss, und die Meisten von uns waren gar nicht hier...). Aber besser später informieren als nie: Am Dienstag, den 30.6.2015 fand das 7. TREIBHAUS-Finale im Rahmen des Literaturfestivals «lauschig» im Rosengarten Winterthur statt. Folgende Finalisten waren von der Jury für den TREIBHAUS-Prosa-Nachwuchspreis nominiert worden:

Sabine Meisel (Winterthur)

Dominik Holzer (Zürich)

Natalie Dähler Derksen (Brenzikofen)

Von Anfang an war klar: es würde heiss werden. Die Schweizer Hitzewelle hatte ihren Anfang gerade erst genommen und das Winterthurer Rosengarten-Hochplateau exponierte Finalisten, Jury und Zuschauer gleichermassen einem gleissendem Heiss – und einem Meer von Rosen. Über 140 zukünftige Leser unserer Finalisten erpilgerten den Heiligberg, auf dem unser erstes Openair-Wettlesen stattfand. Zuschauerrekord! Zu verdanken ist das natürlich unserer treuen TREIBHAUS-Anhängerschaft in Winterthur und dem Rest der Welt, aber vor allem auch dem tollen Team von «lauschig». Ein grosses Merci an und ein noch grösseres Hoch auf euch!


Zum Auftakt – noch ein Novum – spielten Marena Whitcher und Andrina Bollinger auf, und setzten mit ihren Klangkünsten den Ton für den Abend. Die Live-Jury bestand aus Liliane Studer und Michael Fehr, verstärkt wurde sie von der Schriftstellerin, Ex-SRF-Moderatorin und Neo-Gastronomin Tanja Kummer, die als Jurygast eingeladen war. Nachdem Claudia Mäder vom Literarischen Monat alle anwesenden begrüsst und Hildegard Keller als Moderatorin und Schirmherrin des Wettbewerbs die Modalitäten klargemacht hatte, ging es los.

TREIBHAUS Winterthur II

Natalie Dähler Derksen, die über Michael Fehrs Webseite auf das TREIBHAUS aufmerksam wurde, las ihren Text «Rasender Stillstand» vor – eine Art Monolog, mit lyrischen Anleihen. Dominik Holzer, Student der Germanistik, Theater- und Filmwissenschaft in Zürich und Bern, folgte mit «Finite Incantatem. Schmetterling zerhauen» – eine kindliche Spieltheorie mit Harry-Potter-Anleihen. Der dritte und letzte Finalbeitrag kam von der Lokalmatadorin Sabine Meisel. Pikant hob «Get lucky!» an, so dass es einen Zuhörer buchstäblich vom Stuhl warf. Nach der Versicherung seines Wohlergehens begann die Lesung von Neuem, und ging ohne weitere Zwischenfälle über die Bühne. Die TREIBHAUS-Klatsch-Pegelmessung bescherte Dominik Holzer die Publikumsstimme. Holzer ging damit zur Pause 1:0:0 in Führung.

Marena Whitcher und Andrina Bollinger «läuteten» nach kollektiver Erfrischung an der Bar die Schlussphase ein – und die Jury, die sich zur Diskussion zurückgezogen hatte, wieder ans Pult. In der Jurydiskussion vor versammelter Runde wurde viel anmahnend gelobt: von Michael Fehrs Statement, Harry Potter gehöre einfach verboten, über Alliterationen seien erwünscht, aber nicht in solchem Masse, bis zur Vielfalt an Konflikten, die bisweilen aber zu überdehnt daher kamen. Am Anfang stecken alle Texte noch, da war sich die Jury einig.

TREIBHAUS Winterthur III

In der Stimmabgabe schlug sich diese Einigkeit jedoch nicht wieder: Michael Fehr belohnte Natalie Dähler Derksen für ihren Mut der Herangehensweise. Er erkannte in ihrem Text, dass sich jemand «der Sprache als einem Phänomen stellt, das ein Wesen ist, und sie nicht bloss als ein Mittel benützt.» Damit stand es 1:1:0. Liliane Studer gab dann ihre Stimme Sabine Meisel, da ihre Geschichte den Anspruch, «den sie an sich stellt, auch erfüllt». Punktezwischenstand: 1:1:1. Tanja Kummer spielte folglich das Zünglein an der Waage, fühlte sich auch an das eben von Statten gegangene «Albani Fest» mit seinen schwankenden Bahnen erinnert, hielt sich aber an ihren Wunsch, von dieser Person noch mehr – mehr eigene Stimme, eigene Bilder und eigene Ideen – zu lesen: Dominik Holzer

Damit war klar: Dominik Holzer aus Zürich gewinnt das siebte TREIBHAUS mit 2:1:1. Sein Gewinn in Form der CHF 2120.- teuren mechanischen Armbanduhr TANGENTE DATUM aus dem Hause NOMOS Glashütte wurde ihm von Hildegard Keller überreicht. Grosser Applaus.

TREIBHAUS Winterhur Dominik Holzer

Die Sonne war da bereits hinter der Jury untergegangen – und Marena Whitcher und Andrina Bollinger entliessen alle Anwesenden mit Gesang in die Nacht. Danach stiessen die etwa 140 Gäste mit der Gewinnerin, den Zweit- und Drittplatzierten, der Jury und den Organisatoren von «lauschig» und des TREIBHAUSES an. Wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal recht herzlich!

«Finite Incantatem. Schmetterling zerhauen» von Dominik Holzer erscheint in der Oktober-Ausgabe des Literarischen Monats.

Die ganze Veranstaltung ist dank dem Radio Stadtfilter Winterthur hier nachzuhören.

Photos: Christian Bechtiger / www.bechti.ch

 

 

Gewinnerin des 6.TREIBHAUS-Finales: Anna Milena Sutter (Wabern)

Am Mittwoch, den 6.5.2015 fand das 6. TREIBHAUS-Finale im Kairo in Bern statt. Folgende Finalisten waren von der Jury für den TREIBHAUS-Prosa-Nachwuchspreis nominiert worden:

Marianne Künzle (Biel) 
Anna Milena Sutter (Wabern) 
Anita Vogt (Basel)

Es scheint zum Gesetz unseres Nachwuchspreises zu werden, dass die Herren sowohl bei den Einreichungen als auch bei den Finalbeteiligungen dramatisch untervertreten sind. Nach 6 Durchgängen des TREIBHAUSES verzeichnet die Jury exakt 2 Einladungen und Teilnahmen männlicher Finalisten. Auch am Mittwochabend bestritten wieder drei Frauen das Finale des TREIBHAUSES. Etwa 60 Gäste waren ins (damit bis auf den letzten Platz gefüllte) Kairo im Berner Lorrainequartier gekommen, um dem ersten TREIBHAUS-Finale im Jahr 2015 beizuwohnen. Die Live-Jury bestand aus Miriam Hefti und Michael Fehr, verstärkt wurde sie vom Schriftsteller Rolf Hermann, der als Jurygast eingeladen war. Nachdem Michael Wiederstein vom Literarischen Monat alle anwesenden begrüsst und Hildegard Keller als Moderatorin und Schirmherrin des Wettbewerbs die Modalitäten klargemacht hatte, ging es los.

Marianne Künzle, die als Abonnentin des Literarischen Monats das TREIBHAUS schon länger verfolgt, las ihren Text "Die Brücke" vor. Ruhig, klar und eindringlich: die Geschichte um mehrere Begegnungen "der 3. Art" zwischen einer Erzählerin und einem rapide alternden Kleinkind überzeugte Publikum wie Jury. Anna Milena Sutter, mit 16 Jahren die jüngste TREIBHAUS-Finalistin bisher, folgte mit einem in klarem Hochdeutsch vorgetragenen Text "Das Feuer", der seine Figuren nicht zuletzt dialogisch entwickelt: der polnische Einwanderer Kamil trifft durch Zufall die junge Alma, die sich mit Wahrscheinlichkeitsrechnung befasst. Und stellt Fragen wie: "Ist es wahrscheinlich, dass ein Auswanderer nach Hause zurückkehrt, um das Haus seiner Eltern anzuzünden?" - Im dritten und letzten Finalbeitrag spielten dann Dialoge kaum eine Rolle. Anita Vogt bot ihren Text dar, als habe sie jahrelange Bühnenerfahrung. "Sommertheater" erzählt Passagen aus dem Leben einer jungen Frau zwischen Stadt und Land, zwischen Neonreklame und Nutzvieh, zwischen Liaisons mit geschmackvollen Assistenzärzten und lüstelnden Landwirten. Mit ihrem Auge fürs Detail nahm sie Jury wie Publikum ein. Und letzteres entschied sich denn bei der Vergabe der Publikumsstimme auch prompt für "Sommertheater". Wie immer beim TREIBHAUS sorgte die Klatsch-Pegelmessung für einige Diskussionen, letztlich ging die Wertung aber laut Ohrenzeugen in Ordnung. 

Vogt ging 0:0:1 in Führung. In der anschliessenden Jurydiskussion schlug sich Gastjuror Rolf Hermann aber wortgewandt auf die Seite Anna Sutters. Zwar sei ihm der Text beinahe schon zu gut konstruiert, letztlich mache für ihn die hier dargebotene Verdichtung aber eine besondere Qualität aus. Da stand es 0:1:1 - und Kairo-Gastgeber Matto Kämpf kämpfte bereits gegen die Schwerkraft auf der Bühne, nachdem er Hermanns Mikrophonpegel justiert hatte und dann über ein Kabel stolperte. Michael Fehr, nie um einen lyriktheoritischen Exkurs verlegen, machte es in der Folge richtig spannend: zunächst bemängelte er zwar die nach "Lego"-mit-Anleitung-Manier zusammengebauten Geschichten, um dann gleich festzuhalten, dass alle drei auch ihre Qualitäten hätten. Seine Stimme gab er Marianne Künzles Text, von dem er annahm, dass dessen Inhalt und die damit verbundene Frage nach dem metaphorischen Gehalt eines Hirtenstabs (!) in den nächsten Tagen am ehesten nachhallen würden. Fehr, so wörtlich, ahne, dass er, gäbe er Künzle die Stimme nicht, das am ehesten bereuen würde. Damit stand es 1:1:1. Die Entscheidung lag also bei Miriam Hefti, die auch prompt anmerkte, dass das keine nur beneidenswerte Situation sei. Sie schloss sich - durchaus auch motiviert von der Auseinandersetzung mit dem Text schon lange vor dem Finalabend – dann aber ganz klar Rolf Hermanns Votum an, wonach "Das Feuer" von Anna Sutter der am besten konstruierte und auch inhaltlich anspruchsvollste Text im Rennen sei.

Damit war klar: Anna Milena Sutter aus Wabern gewinnt das erste TREIBHAUS 2015 mit 2:1:1. Ihr Gewinn in Form der CHF 2120.- teuren mechanischen Armbanduhr TANGENTE DATUM aus dem Hause NOMOS Glashütte wurde ihr von Hildegard Keller überreicht, das Publikum applaudierte mehrere Minuten lang. Danach stiessen die etwa 60 Gäste mit der Gewinnerin, den Zweit- und Drittplatzierten und der Jury an. Bis Mitternacht wurde vor dem Kairo diskutiert, gelacht und gefeiert. Wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal recht herzlich! "Das Feuer" von Anna Milena Sutter erscheint in der Juli-Ausgabe des Literarischen Monats. Photos folgen. 

 


Gewinnerin des 5.TREIBHAUS-Finales: Eva Maria Leuenberger (Biel)

Am Dienstag, den 7.10.2014 fand das insgesamt 5. TREIBHAUS-Finale im wartsaal in Bern statt. Folgende Finalisten waren von der Jury für den TREIBHAUS-Lyrik-Nachwuchspreis nominiert worden:

Eva Maria Leuenberger (Biel) 
Denise Rickenbacher (Zürich) 
Gian Snozzi (Oltingen)

Etwa 60 Gäste waren in den wartsaal im Berner Lorrainequartier gepilgert, um dem letzten TREIBHAUS-Finale im Jahr 2015 beizuwohnen. Damit war das TREIBHAUS ein weiteres mal voll, die Raumtemperaturen erreichten entsprechende Höhen.

TREIBHAUS: Abkühlung nach dem Finale
TREIBHAUS: Abkühlung nach dem Finale

Nach der Begrüssung durch Michael Wiederstein (Literarischer Monat) und Hildegard Keller, wie immer die souveräne Moderatorin des Abends, lasen Eva Maria Leuenberger, Denise Rickenbacher und Gian Snozzi aus ihren Gedichtsammlungen: Leuenberger war anzumerken, dass sie in Bühnensachen keine blutige Anfängerin mehr ist und in Biel nicht nur das Schreiben lernt - sie las ruhig, konzentriert, und mit eindringlicher Präzision. Denise Rickenbacher, vom Theater her kommend und hier erstmals Lyrik öffentlich lesend, vermochte es ähnlich gut, ihren Texten die nötige Präsenz im Raum zu sichern. Ihre Gedichte kreisten um Paarbeziehungen, Landschaftsbilder und Bewegung. Anders Gian Snozzis Texte: ganz kurze, präzise, fast an Aphorismen erinnernde Gedichte um tiefere Wahrheiten des Alltags sind sein Metier. Der einzige Mann im Finale las einige Texte gar zwei Mal - die eindrücklichsten unter ihnen kannten aber bloss einen Durchgang. 

Um kurz nach 21 Uhr gab dann das Publikum seine Stimme ab, während die Jury im Juryzimmer beriet. Der Publikumsentscheid fiel knapp zugunsten von Eva Maria Leuenbergers aus, die damit kurz vor der Pause mit 1:0 in Führung ging. Bei ihrer Rückkehr wurde der Jury dieses Ergebnis mitgeteilt, dann entwickelte sich die Diskussion zwischen den Jurymitgliedern: Während Jurygast Tabea Steiner ziemlich bald und eindeutig ihre Stimme vergab - an Eva Maria Leuenberger –, liessen sich Michael Fehr und Francesco Micieli zunächst noch auf eine kleine Diskussion zur vermeintlichen Überflüssigkeit von Satzzeichen ein.

Francesco Micieli
TREIBHAUS-Juror Francesco Micieli

Fehr hob hervor, dass Snozzi der einzige Finalist sei, der auf diesen "überflüssigen Ballast" verzichte, und ihm dafür viel Lob gebühre. Jenseits eines Gedichts mangle es seinen Texten aber an Authentizität. Auch bei Rickenbacher sei das alles noch sehr "am Anfang", "ganz am Anfang" - obschon er hier immerhin die Auseinandersetzung und die "Arbeit an einem Werk" spüre, die ihn überzeuge. Micieli bemerkte, dass Leuenbergers Texte die am eindrücklichsten gearbeiteten seien - und gab ihr daraufhin seine Stimme. Damit lag Eva Maria Leuenberger mit 3:0:0 in Führung, Fehrs prononciertes Votum für Rickenbacher wurde folglich zur Ergebniskosmetik.


Eva Maria Leuenberger
TREIBHAUS-Finalistin und Gewinnerin Eva Maria Leuenberger

Das Publikum lag auch bei diesem TREIBHAUS wieder richtig: Eva Maria Leuenberger, die auch im Rennen um den grössten deutschen Nachwuchspreis "Open Mike" ist, sicherte sich in Bern sichtlich begeistert ihren Sieg und die NOMOS Tangente im Wert von CHF 2020.- als Hauptpreis. Ihre Gedichte erscheinen in der Dezemberausgabe des "Literarischen Monats".

Wir gratulieren der Gewinnerin an dieser Stelle sehr herzlich!

 

 

Gewinnerin des 4.TREIBHAUS-Finales: Kathrin Berger (Zürich)

Am Dienstag, den 24.6.2014 fand das insgesamt 4. TREIBHAUS-Finale in der LOKREMISE in St. Gallen statt. Folgende Finalistinnen waren von der Jury für den TREIBHAUS-Nachwuchspreis nominiert worden:

Kathrin Berger mit ihrem Text «Esfahan»
Anais Meier mit ihrem Text «Heimreise im Käfig»
Eva Roth mit ihrem Text «Astor ist tot»

TREIBHAUS St. Gallen

Zu Beginn des Finals musste Michael Wiederstein, leitender Kulturredaktor des Literarischen Monats, bei seiner Begrüssung leider mitteilen, dass Anais Meier ihre Teilnahme am Finale aus Gesundheitsgründen kurzfristig absagen musste. Die Anwesenden wünschten ihr gute Besserung. Dann betrat Hildegard Elisabeth Keller (SRF Literaturclub) das Parkett, begrüsste die ca. 60 anwesenden Gäste in St. Gallen, die beiden Finalistinnen, die Jury und auch Jurygast und Lokalmatador Richi Küttel. Danach lasen Kathrin Berger und Eva Roth ihre Texte: Berger sehr ruhig und konzentriert, für eine Debütantin ausgesprochen gut, dann Eva Roth, leicht performativ - sie bewegte sich mit ihren literarischen Figuren über die Bühne.  Um kurz nach 21 Uhr gab dann zunächst das Publikum seine Stimme ab, der Publikumsentscheid fiel knapp auf «Esfahan» von Kathrin Berger, die damit 1:0 in Führung ging, während die Jury im Juryzimmer beriet.

Bei ihrer Rückkehr wurde Stillschweigen über das Publikumsvotum erbeten, dann entspannte sich eine offene Diskussion zwischen den Jurymitgliedern: Während Jurygast Richi Küttel zunächst die Stärken beider Texte hervorhob (Starke Bilder bei Kathrin Bergers Text, Reduktion auf einfachste Sätze - passend zum Inhalt - bei Roth), war Michael Fehr das längst nicht genug. Er machte bei beiden Texten jeweils einen starken Kern- und Urknallsatz aus, und wünschte sich von den Autorinnen, die Texte doch von hier aus weiterzuentwickeln. Klartext: Weiter reduzieren, weniger schmücken. Da Bergers Urknallsatz ihn mehr überzeugte, votierte Fehr für «Esfahan» (2:0). Küttel widersprach Fehr und gab seine Stimme dem für ihn besseren Text von Eva Roth (2:1), bevor Miriam Hefti - nach einem kurzen Exkurs zum Thema Maulbeerbäume, die in Bergers Texte eine zentrale Rolle spielten – sich Fehr und dem Publikum anschloss (3:1) und das Ergebnis so eindeutig machte, dass Hildegard Keller beim Zusammenzählen gar auf ein 4:0 kam.

Kathrin Berger

Klar war trotzdem: «Esfahan» hatte das Duell dieses Abends gewonnen, der Text von Autorin Kathrin Berger, die nach eigenen Angaben mit ihm erstmals überhaupt an einem Wettbewerb teilgenommen hatte. 

 Wir gratulieren der Gewinnerin an dieser Stelle sehr herzlich und freuen uns mit ihr auf die Veröffentlichung ihres Textes in der Oktobernummer des Literarischen Monats!





Gewinnerin des 3.TREIBHAUS-Finales: Martina Momo Kunz Khader

Am Mittwoch, den 9.4.2014 fand das erste TREIBHAUS-Finale des Jahres 2014 statt. Passenderweise im Club «Treibhaus» (Spelteriniweg 4) in Luzern, das trotz massiver Konkurrenz durch das FUMETTO Comic-Festival von einer kleinen Schar Literaturbegeisterter frequentiert wurde. Folgende Finalisten waren von der Jury für den TREIBHAUS-Nachwuchspreis nominiert worden:

Isabella Cianciarulo mit ihrem Text «Abattoir»
Christina Frosio mit ihrem Text «Richtung Süden»
Martina Momo Kunz Khader mit ihrem Text «MARAKUDA BELOW»

Hildegard Elisabeth Keller (SRF Literaturclub) begrüsste die anwesenden Gäste, die Finalistinnen, die Jury und Jurygast Niko Stoifberg, dann wurde feierlich gelesen. Um kurz nach 21 Uhr gab dann zunächst das Publikum seine Stimme ab, der Publikumsentscheid fiel knapp auf «MARAKUDA BELOW» von  Martina Momo Kunz Khader die damit 0:0:1 in Führung ging, während die Jury im Juryzimmer beriet. Dann wurden die Ergebnisse mitgeteilt und begründet: Michael Fehr votierte ebenfalls für «MARAKUDA BELOW» (0:0:2), Liliane Studer plädierte für «Richtung Süden» (0:1:2) –  Jurygast Niko Stoifberg hätte also mit einer Stimme für Christina Frosios Text ein finales Stechen zwischen Kunz Khader und Frosio sorgen können. Das tat er aber nicht, und gab «Abattoir» von Isabelle Cianciarulo seine Stimme (1:1:2). Damit war der Abend zugunsten von (der extra aus Griechenland angereisten) Martina Momo Kunz Khader und ihres Textes «MARAKUDA BELOW» entschieden –  ein weiteres Mal stand also das TREIBHAUS berechtigterweise unter dem Titel «Deine Stimme zählt!» - Wir gratulieren der Gewinnerin an dieser Stelle sehr herzlich!



Gewinnerin des 2.TREIBHAUS-Finales: Eva-Maria Millius-Imboden

Am Mittwoch, den 23.10.2013 um 22:14 Uhr stand im prall gefüllten Berner Literaturlokal «PUNTO BUCHOWSKI» fest: die zweite TREIBHAUS-Literaturpreisträgerin kommt aus dem Wallis! Eva-Maria Millius-Imboden aus Brig konnte mit ihrem Wettbewerbstext «punkten»einer pointierten Kurzgeschichte über die SCRABBLE-Obsession eines Pärchens – das Publikum für sich gewinnen und gleichzeitig auch die anwesende Jury überzeugen. Mit 2:1:1 Punkten setzte sie sich gegen ihre Mitbewerberinnen Isabel Flynn und Katrin Furler durch. 

Die Schirmherrin des Wettbewerbs und Moderatorin des Abends, Hildegard Elisabeth Keller (SRF Literaturclub, Jury Bachmannpreis Klagenfurt) überreichte der sichtlich berührten Siegerin den Hauptgewinn, eine NOMOS Tangente Datum, danach wurde bis tief in die Nacht gefeiert. Das Team des «Literarischen Monats» gratuliert Eva-Maria Millius-Imboden zu ihrem Preis und wünscht ihr weiterhin alles Gute auf dem Weg zu einer erfolgreichen Schriftstellerkarriere!  

Es waren nominiert:

Isabell Flynn mit ihrem Text «Zugfahren»
Katrin Furler
mit ihrem Text «Der letzte Schal»
Eva-Maria Millius-Imboden
mit ihrem Text «punkten»



Gewinnerin des 1.TREIBHAUS-Finales: Gabriela Pereira 

Die erste Gewinnerin des TREIBHAUS-Literaturwettbewerbs steht nach einer langen Nacht fest: Gabriela Pereira. Ihr Gewinnertext «Rabenspiel» überzeugte zunächst das Publikum, auch Teile der Jury sprachen sich für ihn aus. 

Bei einem Zwischenstand von 2:2 traten Gabriela Pereira und Christina Frosio noch einmal mit neuen Texten lesend gegeneinander an, als schon feststand, dass Olivier Christe den dritten Platz erreicht hatte. Das Saalpublikum entschied sich in letzter Instanz knapp für Pereira, die ihren Text sichtbar berührt und sehr gekonnt vortrug. Wir gratulieren herzlich zu diesem ersten Erfolg in einer hoffentlich langen Karriere als Autorin!

In der Oktober-Ausgabe des «Literarischen Monats» wurde Gabriela Pereiras Gewinnertext erstmals veröffentlicht. Sie können ihn auch hier online lesen.


Nominiert für das TREIBHAUS-Finale im BOGEN F waren:

Christina Frosio
 (Bern) mit ihrer Kurzgeschichte «Sie»
Olivier Christe (Basel) mit seiner Reportage «Oktoberjagd»
Gabriela Pereira (Biel) mit ihrer Kurzgeschichte «Rabenspiel»


Stimmen zum ersten TREIBHAUS-Literaturfest in Zürich:

«Grosses Kompliment für den tollen Anlass! Uns hat's super gut gefallen.» (Miriam Suter, Kulturjournalistin) 

«Ich bin natürlich immer noch empört.» (Thomas Meyer, Schriftsteller & Jurygast, der seine Favoritin nicht durchbringen konnte) 

«Beflügelt von dem schönen Abend bin ich gestern nach Hause geradelt. Noch mal Hut ab! Ich freue mich auf die nächste Runde im Treibhaus.» (Wendy Kerstan, Presseverantwortliche «Orell Füssli») 

«Danke für den schönen und inspirierenden Abend!» (Gesa Schneider, Leiterin des Literaturhauses Zürich)

«Hildegard Keller ist einfach hinreissend!» (Rico Valär, Romanist) 

 

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