Schweizer Monat
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Von Laura Wohnlich

Laura Wohnlich, photographiert von Christian Knörr.

Berlin-Charlottenburg, Hotel Kaiser: Es ist der Morgen nach einer ordentlich durchzechten Nacht, wie sich das gehört für diese Stadt. Was sich weniger gehört: der Wecker hat geklingelt. Um acht Uhr früh. Aber das hat einen bestimmten Grund: ich bin hergekommen, um zu arbeiten. Dies ist mein ganz persönliches Schreib-Weekend, nur ich und mein Laptop und mein neues Romanprojekt. Angestachelt von einem Haufen inspirierender Gedanken, begünstigt durch einen...
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Von Michael Fehr
Michael Fehr ist Erzähler und zweifacher Literaturpreisträger des Kantons Bern sowie Träger des Klagenfurter Kelag-Preises. Sein neuestes Werk «Glanz und Schatten», aus dem der Text «Welch Einfall» stammt, ist im März im Verlag Der gesunde Menschenversand erschienen. Sind Sie waghalsig genug für eine Reise ins Herz einer alles andere als phantasielosen Familie - und darüber hinaus? Dann lesen Sie hier weiter! Wir danken Autor und... » Mehr
Auch in diesem Jahr zeichnet das Bundesamt für Kultur wieder das Schaffen schweizerischer Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus. In diesem Online-Spezial stellt der «Literarische Monat» die 7 Ausgezeichneten vor – und gewährt exklusiven Einblick in ihre Werkstatt.
Von
Die Spezialseiten der Autorinnen und Autoren werden zwischen Januar und März nach und nach freigeschaltet. In Ausgabe #28  (März 2017) erscheint ausserdem ein grosser Printschwerpunkt mit weiteren exklusiven Primärtexten. 

Online-Spezial: Annette HugText: Einfache Dinge und grosse Politik«Wilhlem Tell in Manila» (Heidelberg: Verlag Das Wunderhorn, 2016)

Online-Spezial: Dieter ZwickyTexte: Prosa (Kurzes aus verschiedenen Jahren)Dieter Zwicky wird...
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Von Magnus Wieland

Abbildung 2: Hans Morgenthaler, Brief an Elisabeth Thommen (Schweizerisches Literaturarchiv, Bern/Nachlass Hans Morgenthaler).

Der erste Kontakt zwischen dem Verleger Egon Ammann und seinem künftigen Hausautor Thomas Hürlimann beginnt mit einer Irritation. Bei einem Aufenthalt in Berlin um 1980 will Ammann die Gelegenheit nutzen, sich mit Hürlimann spontan zu verabreden. Doch bekommt er auf Anfrage zunächst eine abschlägige Antwort: Es gehe erst abends, da Hürlimann tagsüber «feste Bürozeiten» einhalte. Der Autor lässt den Verleger also zunächst einmal...
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Von Christoph Simon
Schreiben – ein Rausch? Schreiben ist eine Qual. Begleitet von Zweifeln an mir und Zweifeln an der Sache. Ich steige nur ungern in diesen dunklen Keller hinab. Ich tue es, weil Glanz, Ruhm und Geld die Mühen wert sind.
Einen Schreibrausch habe ich ein einziges Mal erlebt. Er dauerte von Februar bis August im Jahr 2000. In diesen Monaten schrieb ich frohen Mutes um mein Leben, unbekümmert um Teufel, Leser und Selbstkritik. Im Februar war es in der Mansarde unter dem Dach so kalt,... » Mehr
Von Romana Ganzoni
Eine bestimmte Art von Text – ich nenne ihn «den maschinellen» – kommt aus der Versenkung. Wenn er drängt, weiss ich, es gibt ihn schon, ich muss ihn nur noch aufschreiben. Es ist der entgegengesetzte Prozess zum Pullover im Trickfilm, der zum Faden wird. Tom oder Jerry ziehen daran und merken es nicht. Der Text strickt sich selbst. Ich halte die Hände hin, die in einem Zustand der Empfänglichkeit sind. Dieser entsteht, wenn ich Zeit an den Rändern des... » Mehr
Von Viktor Martinowitsch
Man kann nicht vom Schreibrausch reden, ohne zuzugeben, was die Substanz des Schreibjunkies ist: die Sprache. Sprachen schmecken und wirken verschieden. Englisch würde ich mit dem letzten Jägermeister gleichsetzen, den man trinkt, bevor die Lichter ausgehen. Französisch ist eher wie Kokain – wegen dem Geschmack und der bombastischen Grammatik. Nun erwarten Sie bestimmt, dass ich meine dritte Schreibsprache, Russisch, mit Wodka vergleiche. Das tue ich aber nicht. Russisch und... » Mehr
Von Nora Zukker
Beim Hanteltraining bin ich ganz bei mir, denke scharf und schnell: in Szenen oder unsortierten Sätzen. Oft höre ich erste Dialoge zwischen Figuren. Ziemlich schnell weiss ich: daraus lässt sich etwas machen. Oft ist es auch einfach: nichts. Aber wenn, dann weiss ich: jetzt geht es los. Jetzt bin ich in der Zwischenzone. Jetzt trete ich über vom durchaus aufregenden Alltag mit seinen Auftragstexten, umzutopfenden Kakteen und sozialen Kontakten in den Rausch, wo alles... » Mehr
Von Urs Peter Schneider
Wolfgang Amadeus Mozart: «Es ist alles kalt für mich, eiskalt.» – Arbeit eines kühlen Kopfes, eines pfeilschnellen Federkiels. – Rausch als im Widerspruch zur Meisterung und geistigen Durchdringung. – Als Künstler misstraue ich dem Rausch, den ich als Privatperson nicht durchwegs meide. – Rauschgold: dünngewalztes Messingblech, bei Bewegung knisternd. – Neues und Unwahrscheinliches in luzidem Rausch sogleich entsorgen.
Das Rauschen... » Mehr
Von Urs Mannhart
Dass ihm Fahrgäste beim Einsteigen ein Glas Marmelade schenken möchten, ist der Chauffeur dieses Postautos in Klosters nicht gewohnt. Verdutzt legt er, nachdem er verstanden hat, dass wir doch auch mit Geld bezahlen wollen, die fremde Ware in jene Mulde, aus der man üblicherweise das Rückgeld klaubt, überblickt im Rückspiegel die wenigen Reisenden, legt den Gang ein und fährt los. Die Konfitüre haben wir am Vorabend selbst geschenkt bekommen, in einem...
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Von Lesern für Leser
Von Redaktion
Jetzt ist schon wieder nichts passiert
Lorenz Langenegger: Dorffrieden. Salzburg: Jung und Jung, 2016.besprochen von Florian Oegerli, Kulturjournalist, Leipzig.
Für Reich-Ranicki war die Langeweile das «höchste ästhetische Kriterium». Was langweile, sei keine gute Literatur. Dabei vergass er leider zu erwähnen, dass in der Literatur vor allem etwas für Langeweile sorgt: Spannung. Bücher, in denen eine «Krise» die nächste jagt, sind so... » Mehr
Schlussfrage XIII
Von Redaktion
Es ist wie mit Gott, wie mit der Überfremdung.
Man erfindet Wörter für Dinge, die es nicht gibt, und weil man sie benennen kann, scheinen sie zu existieren: Gott, Überfremdung, Schreibblockade.
Das Bild: Hinter dem schönsten Anfangssatzanfang («Es war eine dunkle und stürmische Nacht») blinkt der Cursor ins Leere, denn der Nichtschreiber kommt nicht weiter, leidet körperlich am Text, am Schreiben, am Zimmer, am Planeten. Er wird aufgefressen von... » Mehr
Buch des Monats
Von Serena Jung
Vom Leben einer Generation in ungekannten Dimensionen – davon handelt Zadie Smiths neuer Roman «Swing Time». Zugegeben, das lässt sich vom Leben jeder Generation seit 1800 behaupten, darum hier die aktuellen Eckdaten: Digitalisierung, Informationsflut und -unsicherheit, Mobilität (räumlich, sozial), Zugehörigkeit (familiär, sozioökonomisch, popkulturell). In diesen Kontext setzt Smith ihre namenlose Erzählerin, 32 Jahre alt, mit der wir ein... » Mehr

«Trunken» – zum Verhältnis von Literatur und Alkohol
Von Stefanie Sourlier
«WHITE HORSE: der Schriftsteller scheut sich vor Gefühlen, die sich zur Veröffentlichung nicht eignen; er wartet dann auf seine Ironie; seine Wahrnehmungen unterwirft er der Frage, ob sie beschreibenswert wären, und er erlebt ungern, was er keinesfalls in Worte bringen kann. Diese Berufskrankheit des Schriftstellers macht manchen zum Trinker.» – Max Frisch, «Montauk»





 





Schluss, fertig, aus. Ich höre auf damit. Mit der...
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