Schweizer Monat
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Intro
Von Raphaëlle Lacord
«Ich wünsche mir einen Urlaub mit Feuer und Ferne, und Bruno wünscht sich einen Urlaub ohne Alkohol.» So lautet der erste Satz des Romans, den ich derzeit übersetze: «Immer ist alles schön» von Julia Weber. Die Erzählerin, Anais, 12 Jahre alt, möchte mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Bruno in die Ferien fahren. Sie träumt von Lagerfeuern und davon, woanders zu sein, weit weg von ihrer Wohnung in der Stadt und vom Alkoholismus der... » Mehr
Übersetzer sind Schriftsteller: Autoren ihrer Übersetzung. Und doch fehlen sie meist auf dem Cover. Zeit, dass sich das ändert.
Von Camille Luscher

Camille Luscher, photographiert von Amélie Blanc.

«Weder treu ergebener Geliebter noch strebsamer Bauchredner, hat der Übersetzer nicht die Kühnheit eines Verräters noch den Diensteifer eines Kopisten – hingegen hat er, wenn er dem Text die Gerechtigkeit, den Glanz und den Widerhall geben will, den dieser verlangt, keine andere Wahl, als, zumindest ein Buch lang, Schriftsteller zu werden. Schriftsteller seiner Übersetzung.» Claro, Le clavier cannibale2
Das ist ja Wahnsinn, was Sie da gemacht haben,...
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Von Peter Torberg
Wie viele Übersetzer braucht man, um eine Glühbirne zu wechseln?
Das kommt auf den Kontext an. 
Die Frage nach der guten, der idealen Übersetzung lässt sich ganz leicht beantworten: Das, was das Original intendiert, wird im Übertragungsprozess umfänglich verstanden und in der Zielsprache adäquat und lückenlos wiedergegeben. Umberto Eco nennt das in seinem gleichnamigen Buch zum Übersetzen: «Quasi dasselbe, mit anderen Worten».
Es... » Mehr
Von Adolf Muschg
Zeigt man nicht, indem man den Prozess offenlegt, am besten, was beim Übersetzen passiert? – Auf den Spuren von Urs Widmer, der seiner Geschichte «Stille Post» einst Ähnliches widerfahren liess, haben wir ein Experiment gewagt und eine Stelle aus Adolf Muschgs neuem Roman über das Französische, das Italienische und das Englische wieder ins Deutsche übersetzen lassen.
Was ist unterwegs passiert? Es sind Nuancen, die zwischen Muschgs Original und der... » Mehr
Fehler in Übersetzungen
Von Ulrich Blumenbach

Ulrich Blumenbach, imago / Martin Bäuml Fotodesign.

Finstere Zeiten
Es war der Sommer der dankbaren Toten. Der Sommer der Liebe, des Friedens und der Glückseligkeit. Ich war weder verliebt noch sonderlich friedfertig oder glücklich. Am Vorabend hatte ich meine Wut und meinen Frust in einem Meer aus Bier und Likör ertränkt, und nun fühlte sich mein Schädel bedenklich verwundbar. Die ganze Nacht lang hatte brütende Hitze über der Stadt gehangen, und selbst der morgendliche Platzregen schien wenig...
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Sich zurücknehmen, ohne zu verschwinden: Yla Margrit von Dach, die «Grande Dame» des literarischen Übersetzens in der Schweiz, berichtet von paradoxen Aspekten ihrer Arbeit und von Un-terschieden zwischen der Literatur Frankreichs und der Romandie.
Von Yla M. von Dach, Laura Clavadetscher
Frau von Dach, welche Fähigkeiten benötigt man, um Belletristik zu übersetzen?Das literarische Übersetzen weist zwei gegensätzliche oder mindestens komplementäre Aspekte auf. Der eine sind Sprachkenntnisse und das Wissen um kulturelle Gegebenheiten, der andere ist die Intuition.
Konkreter?Es gibt immer eine Wahrnehmung des Textes unter der Oberfläche von Sinn, Grammatik oder formaler Struktur. Und diese unterbewusste Wahrnehmung vertieft sich während der... » Mehr
Ein Fremdenlegionär isst bei Berbern in Gourrama
Von Hildegard Elisabeth Keller, Christof Burkard
Kommen Sie mit nach Gourrama, einem kleinen Militärposten im südlichen Marokko um 1923. Nordafrika gehört seit fast hundert Jahren zu Frankreich, und dieses sichert seine Herrschaft mit einer Armee aus Ausländern. Einer dieser Fremdenlegionäre, Lös, tanzt aus der Reihe. Er ist anders. Wenn ein nacktes Mädchen vor ihm steht, besinnt er sich, anstatt wie andere zuzupacken. Lädt ihn aber das Berbermädchen Zeno, das «ohne nutzloses Wiegen in den...
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Buch des Monats
Von Laura Clavadetscher
Es hätte, so der Autor im Vorwort, ein Gespräch mit Suhrkamp-Lektorin Angelika Klammer werden sollen. Da die Antworten nicht adrett und bündig genug ausfallen, richtet diese ihre Fragen stattdessen an Setz’ «ausgelagerte Seele», einen digitalen Zettelkasten gefüllt mit Reflexionen, Kurzberichten und Fundstücken. Mit künstlicher Intelligenz hat das wenig zu tun, auch wenn ein Suchalgorithmus und nicht eine «menschliche Finderintelligenz»... » Mehr
«Herr Mezger, was ist ein guter erster Satz?»
Von Daniel Mezger
Der erste Satz ist der wichtigste. Warum? Weil er für den wichtigsten gehalten wird.
Es gibt Wettbewerbe zum Thema, es gibt Erster-Satz-Experten, es gibt immer die eine Person in einer Kritikerrunde, die sagt: «Man muss sich allein schon den ersten Satz anschauen, da ist eigentlich schon alles drin!»
Und weil da bloss eigentlich alles drin ist, schreibt sich nichts so leicht wie ein erster Satz. All das Gewicht, all das Bedeutsame, das man hineinlegen kann. All die... » Mehr
Von Redaktion
Bereits zum siebten Mal hat das Bundesamt für Kultur die herausragenden Neuerscheinungen des vergangenen Literaturjahres ausgezeichnet. Zum vierten Mal stellen wir Ihnen die Preisträgerinnen und Preisträger an dieser Stelle in Wort und Bild vor.Ladina Bischof hat die ausgezeichneten Autorinnen und Autoren in ihrem Arbeitsumfeld bildstark festgehalten. Zum Schwerpunkt gehört wie bewährt ein ergänzendes Online-Spezial. Lesen Sie dort bisher nicht oder nicht auf... » Mehr
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