Andrea Bianchetti

Andrea Bianchetti ist Dichter und arbeitet als Kritiker für RSI (Rete Due). Er ist auch -Redaktor der Literaturzeitschrift «Cenobio» und lehrt Italienische Literatur an verschiedenen Tessiner Gymnasien.

Alle Artikel von
Andrea Bianchetti

Brief aus dem Tessin (tredici)

«Du musst deine Erinnerungen aufschreiben! Wer so lange lebt, muss sein Leben aufschreiben. Du bist Zeugin von fast einem Jahrhundert!» Mit dieser Aufforderung beginnt das eindrückliche neue Buch von Silvana Lattmann, das den einfachen Titel «Nata il 1918» (Geboren 1918, Casagrande, 2017) trägt, ein autobiographischer Erinnerungsroman. Die bekannte und beliebte Schriftstellerin italienischer Herkunft stammt aus […]

Brief aus dem Tessin (dodici)

«‹Il fondo del sacco› erzählt die Geschichte des jungen, im frühen 20. Jahrhundert geborenen Tessiners Gori Valdi und seines Lebens zwischen Cavergno, einem 400-Seelen-Dorf im Maggiatal, und Amerika, wohin ihn wie so viele andere Landsleute der Traum von einer besseren Zukunft führt.» So beginnt das Vorwort von Matteo Ferrari und Mattia Pini zur jüngst erschienenen Neuausgabe […]

Brief aus dem Tessin (undici)

«Er war ein normaler Mann, wie die anderen wohl, / und schön, unser Bruno. Der Anfang ist hier / und jetzt: die gewöhnliche Geschichte eines normalen Mannes / in Nachkriegsjahren des Hungers / und des Kummers.» So lautet der gelungene Anfang des neuen, vom Publikum ungeduldig erwarteten Versromans von Fabiano Alborghetti. Nach dem wunderbar lebhaften […]

Brief aus dem Tessin (dieci)

In einem kurzen, aber dichten Vorwort zu Alberto Nessis neuem Gedichtband «Un sabato senza dolore» (Interlinea, 2016) schreibt Fabio Pusterla: «2016 ist für Alberto Nessi und seine Leser ein glückliches Jahr. Nachdem Nessi vor wenigen Monaten mit dem höchsten Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet worden ist, dem Grand Prix Literatur, findet er nun mit einer neuen Gedichtsammlung […]

Brief aus dem Tessin (nove)

Vor deiner Haustür liegt nun viel trockenes Laub, / seit du gestorben bist, wischt es niemand mehr auf. / Du machst dich auch morgens in der Früh nicht mehr frisch / und schaust auch, den Tag begrüssend, nicht mehr um dich. / Auch der Postbote geht nun an deiner Haustür vorbei / und sagt nicht […]

Brief aus dem Tessin (otto)

Hier kommt man glücklich zur Welt, lebt man glücklich / besagen gleichsam der Fernblick, der fruchtbare / Boden, das ferne Meer, blumengeschmückt, wie es ist / mit Schiffen und Fischerbooten. / Und doch keimte an diesem herrlichen Ort / inmitten von so viel Lust / (…) / ein vergiftetes Kraut auf, das verachtet wucherte / […]

Brief aus dem Tessin (sette)

Diesen Sommer stiess ich auf einen kurzen Roman des Tessiner Autors Fabio Andina mit dem Titel «Uscirne fuori» (zu Deutsch etwa «Da wieder rauskommen»), der im umtriebigen Verlag ADV in Lugano erschienen ist. Es geht um einen Mann, der innerhalb weniger Tage von seiner Frau verlassen wird und plötzlich um das Recht kämpfen muss, seinen […]

Brief aus dem Tessin (sei)

In Erwartung des Sommers möchte ich auf ein neues literarisches Projekt hinweisen, das der Mailänder Verlag Marcos y Marcos kürzlich initiiert hat und an dem auch zwei wichtige Tessiner beteiligt sind: der Lyriker und Lehrer Fabio Pusterla sowie der Künstler, Dozent und Verleger Luca Mengoni. Die neue Lyrikreihe heisst «le ali» («die Flügel»), betreut wird […]

Brief aus dem Tessin (cinque)

Dieses Jahr gehen die Schweizer Literaturpreise 2016 in der italienischsprachigen Schweiz an Massimo Gezzi und Giovanni Fontana. Massimo Gezzi wurde 1976 in Sant’Elpidio a Mare, in den Marken, geboren und lebt heute als Lehrer in Lugano. 2015 erschien unter dem Titel «Il numero dei vivi» sein jüngster Gedichtband, mit dem er in Italien auch den […]

Brief aus dem Tessin (quattro)

Dieser Herbst war für das Tessin kein gewöhnlicher! Das vor allem, weil bei Mondadori endlich «Tutte le poesie» von Giorgio Orelli erschien, herausgegeben von Pietro De Marchi, einem engen Freund des Dichters aus Ravecchia (einem Ortsteil von Bellinzona). Das Buch besteht aus den vier Gedichtbänden des «grössten Dichters, den das Tessin je hatte» – «L’ora […]