Ausgabe 27 - Dezember 2016

Das Weite suchen

Was Schweizer Autorinnen und Autoren in der Ferne finden. Mit Beiträgen von Daniel Goetsch, Christina Viragh, Stefanie Sourlier u.a.

In dieser Ausgabe

Editorial

Schwerpunkt «Das Weite suchen»

Das Weite suchen

Schweizer Wirtschaftsflüchtlinge sollen die ersten gewesen sein, die unter «Heimweh» litten – Reisläufer, Söldner, die im 17. Jahrhundert ihren Lebensunterhalt in Kriegen verdienten. «In der Brust schlägst du, Heimat, mir stets / Lässt sie pochen vor Freude und Lust», schreibt einer der vielen Tessiner Auswanderer nach Kalifornien 1881 an seine Familie in Broglio. Und heute? […]

gehen & kommen

nein heimweh hatte ich nie wenn ich weg war personen fehlten mir zuweilen die sprache in der ich zuhause bin da gehe ich mit goytisolo – ein autor ist nicht in einem land einem kulturkreis heimisch sondern in seiner sprache nein heimweh hatte ich nie   ich bereiste die ränder mich interessierten die abgründe die […]

Stadtschreiberblues

Thomas Bernhards «Wittgensteins Neffe» beschreibt der Erzähler die Odyssee einer Suche nach der «Neuen Zürcher Zeitung», die weder in der «weltberühmten Festspielstadt» Salzburg, den ebenso weltberühmten Kurorten Bad Reichenhall und Bad Hall noch in Wels erhältlich ist. Im nicht ganz so weltberühmten Wels gibt es aber zumindest ein Wirtshaus, wo der Erzähler und Wittgensteins Neffe […]

Welten

Welten Wenn die Welt kommt in unsere Welt kommt welcome in unserer Welt kommt ins Weltreich reich kommt in unsere Welt kommt zur Welt reich zur Welt kommt wenn die Welt reicht in unser Weltreich   Teilzeitgehirne gehen Gassi auf der Wiese nix zu fressen und wessen Hund kackt heute in meinen Garten? Kuhhaut über […]

Kolumne

Am Hildesheimer Galgenberg
Am Hildesheimer Galgenberg

Zwei sympathische Buchhandlungen hatten mich nach Deutschland eingeladen, und also eilte ich mittags zum nächsten Bahnhof, um pünktlich zu meiner Lesung im ruhrpottschen Essen einzutreffen. Der dortige Abend wird mir auch deswegen erinnerlich bleiben, weil es einen Zuhörer gab, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die schönsten Sätze gleich mitzuschreiben. Nach der Lesung kam […]

Brief aus dem Tessin (otto)

Hier kommt man glücklich zur Welt, lebt man glücklich / besagen gleichsam der Fernblick, der fruchtbare / Boden, das ferne Meer, blumengeschmückt, wie es ist / mit Schiffen und Fischerbooten. / Und doch keimte an diesem herrlichen Ort / inmitten von so viel Lust / (…) / ein vergiftetes Kraut auf, das verachtet wucherte / […]

Brief aus der Romandie (huit)

Bonjour, vous êtes Entre les lignes jusqu’à midi…» Für literaturinteressierte Hörerinnen und Hörer war dieser Satz der Auftakt zu einer fast täglichen, vertieften Sendung über eine frankophone Neuerscheinung. Die Sendung wurde aus dem Programm der RTS gestrichen, ebenso wie «Zone critique», in der eine fröhliche Kritikerrunde einmal pro Monat über neue Bücher debattierte. Ein herber […]

Rezensionen