In dieser Ausgabe

Editorial

Schwerpunkt «Zukunft schreiben»

Mensch-Maschine
Sabine Haupt, photographiert von David Gagnebin-de Bons.
Mensch-Maschine

Belesene Technikgläubige suchen die literarischen Gedankenexperimente der 1950er Jahre in die Wirklichkeit umzusetzen. Wie weit sind sie schon? Und welchen Ausweg liefert die Literatur?

In der Zukunftswerkstatt

Zwei Schriftsteller, zwei Generationen, zwei Weltuntergänge: François Höpflinger und Heinz Helle. Der eine schrieb seine satirische Version einer künftigen Schweiz in den 1980er Jahren («Die Stadt der Gnomen», «Reise zu den Neidgenossen»), der andere sorgte letztes Jahr mit seiner Dystopie, in der eine Gruppe von Freunden die Zivilisation in Trümmern vorfindet («Eigentlich müssten wir tanzen»), für Aufsehen. Wir setzten sie in Kontakt und fragten: Warum so düster? Ein Mailwechsel.

SuissID

Geschäftsstelle SuissID, guten Tag! Freut mich, Herr Lampin. Selbstverständlich. Wie sieht ihr Zeitplan aus? Nächsten Donnerstag, Moment, ich schaue rasch nach … Ja, da ist noch etwas frei, 13.30 oder 15.30? 15.30, perfekt. Also normalerweise ist mit einer guten Stunde zu rechnen. Prima. Haben Sie sich schon für eine Methode entschieden? Die schmerzloseste. Ja. Verstehe. […]

Kolumne

Der lange Abschied
Stefanie Sourlier, photographiert von Ayse Yavas.
Der lange Abschied

«Alcohol is like love», he said. «The first kiss is magic, the second is intimate, the third is routine. After that you take the girl’s clothes off.» – Raymond Chandler: «The Long Goodbye»

Fôret de Fontainebleau
Urs Mannhart, photographiert von Beat Schweizer.
Fôret de Fontainebleau

Diese Stimmung, dieses Licht, diese Cafés und diese Gärten… es ist schwierig, Paris nicht zu mögen. Das habe ich vor ein paar Wochen noch geglaubt. Und dabei gar die Müllabfuhr gelobt, die jeden Morgen um halb sieben mit rasselndem Motor unter meinem Fenster anhält, ächzend zwei Altglascontainer hebt und deren Inhalt so in den offenen […]

Brief aus dem Tessin (sei)

In Erwartung des Sommers möchte ich auf ein neues literarisches Projekt hinweisen, das der Mailänder Verlag Marcos y Marcos kürzlich initiiert hat und an dem auch zwei wichtige Tessiner beteiligt sind: der Lyriker und Lehrer Fabio Pusterla sowie der Künstler, Dozent und Verleger Luca Mengoni. Die neue Lyrikreihe heisst «le ali» («die Flügel»), betreut wird […]

Brief aus der Romandie (six)

«Bonjour, Genève!», rief Lukas Bärfuss munter in die am Samstagmorgen noch etwas verschlafene Halle des Salon du livre. Mit seiner Frau Muriel Pic stellte er die gemeinsame Auswahl und Übersetzung von sieben Briefen Walter Benjamins vor («Lettres sur la littérature», Zoé). Dabei ging es um den Umgang eines Schriftstellers und Intellektuellen mit Nonkonformismus und Polemik […]

«Herr Mezger, kann man Schreiben lernen?»

Nein. Kann man nicht. Anders ist das in anderen Künsten. Schauspieler beispielsweise kann jeder werden. Auf den Schulen geht es nur darum, die komplette Persönlichkeit zu entfernen, bis ein leerer Mensch bleibt. Dem kann man fortan jede Rolle überstülpen. Oder Klavier: da braucht es bloss eine russische Lehrerin, die einem mit dem Stock so lange […]

Rezensionen