Nachdenken über die Grenzen der Sprache

Im Jahr 2015 liegt «Babel» in der Schweiz: Eine zehn Jahre lange Reise durch die Sprachen und Literaturen der Welt führt unser Literatur- und Übersetzungsfestival aus Bellinzona an seine eigene Türschwelle zurück. Wie nach jeder Reise hat die Schwelle sich verändert! Wirtreten ein und entdecken neue Spannungen zwischen Sprachen, zwischen Hochund Umgangssprache, zwischen gesprochenen und […]

Im Jahr 2015 liegt «Babel» in der Schweiz: Eine zehn Jahre lange Reise durch die Sprachen und Literaturen der Welt führt unser Literatur- und Übersetzungsfestival aus Bellinzona an seine eigene Türschwelle zurück. Wie nach jeder Reise hat die Schwelle sich verändert! Wirtreten ein und entdecken neue Spannungen zwischen Sprachen, zwischen Hochund Umgangssprache, zwischen gesprochenen und geschriebenen Formen. Spannungen, die unerhörte literarische Ergebnisse zeitigen.

Die eigentliche «Sprache» der Schweiz ist die Übersetzung: Um lebendig zu bleiben, muss sie stets allen in ihr vereinten Kulturen Gehör und Ausdruck verleihen. Das gilt für das Deutsche und die Deutschschweizer Dialekte, aber auch für Italienisch, Französisch, Rumantsch und die Sprachen der Einwanderer – und erst recht für die verschiedenen mündlichen Kreuzungen.

Eine neue Generation von Autorinnen und Autoren, aufgewachsen in einer multiethnischen Schweiz, einer Vielfalt von kulturellen Einflüssen ausgesetzt, bewegt sich nun über die alten Grenzen hinweg und schöpft ihre ganz eigenen Worte aus den vorgefundenen Sprachwelten. Wie gehen die jungen Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit dem Spagat zwischen deutschsprachiger Literaturtradition und der Verwendung von Alltagssprache um? An welche neuen Grenzen stossen sie? Und was, wenn angesichts des Erzählgegenstands plötzlich die Worte fehlen?

Antworten von Autorinnen und Autoren verschiedener Zeiten und aus dem In- wie Ausland finden Sie auf den folgenden Seiten.