Als Wink Gottes deutete Bullinger die eidgenössischen Schlachtsiege, und Lavater besang die heldenhaften Schweizer Kämpfer in pathetischen Liedern: Seit dem Mit-telalter prägt das Reden, Schreiben und Singen vom Krieg das helvetische Selbstbild – Anklänge daran sind bis heute zu vernehmen.
Flurina Badel, fotografiert von Younès Klouche/BAK.
Was passiert, wenn man 8 Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus 4 verschiedenen Ländern eine Woche lang auf einer 1100 Meter hohen Kante einquartiert und über dieses soziale wie literarische Experiment schreiben lässt?
Ein schönes Gedicht von Jorge Luis Borges, «Un lector», beginnt mit diesen zwei denkwürdigen Versen: «Que otros se jacten de las páginas que han escrito; / a mí me enorgullecen las que he leído.» Sollen die anderen sich rühmen mit dem, was sie geschrieben haben, ich bin stolz auf das, was ich gelesen habe. Jedes […]