In dieser Ausgabe

Editorial

Editorial #16
Editorial #16

Liebe Leserinnen und Leser Der österreichische Schriftsteller Alexander Roda Roda, einer der grössten Humoristen und Satiriker seiner Zeit, sagte einmal: «Als Schweizer geboren zu werden ist ein grosses Glück. Es ist auch schön, als Schweizer zu sterben. Doch was tut man dazwischen?» Was antworten Sie? Arbeiten? Sparen? Auswandern? Was auch immer man als Schweizer entgegnen […]

Demokratie ich weiss nicht wie
Michael Stauffer, photographiert von Tobias Bohm.
Demokratie ich weiss nicht wie

An alle, die im Ausland unsere direkte Demokratie verkaufen wollen: Unsere direkte Demokratie ist so unglaublich direkt, dass der Bundesrat bei gewissen Abstimmungen 20 Jahre lang nichts tut, weil er denkt, die Volksmeinung würde sich nach dem Abstimmen direkt in Luft auflösen. Ein Beispiel? Vor 20 Jahren haben 52 Prozent der Schweizer Stimmbürger für die […]

Aller Anfang liegt beim Autor
André Gstettenhofer, photographiert von Michel Gilgen.
Aller Anfang liegt beim Autor

Wenn wir uns die ganze Kette der literarischen Produktion genauer anschauen und die Rollen der Erschaffer, Vermittler, Produzenten, Wiederverkäufer und Konsumenten untersuchen, muss der Autor zuerst betrachtet werden. Denn er hat als Schöpfer, zwar mehrheitlich noch unbewusst, den grössten Einfluss auf die digital-literarische Zukunft. Aller Anfang ist schwer! Die digitale Spielwiese ist geöffnet, sie ist […]

Gotthelf in Dolby Surround
Yvonne Kunz, photographiert von Michael Wiederstein.
Gotthelf in Dolby Surround

Alte Sagen über Gut und Böse, neu verpackt, komplex erzählt: Das war damals Gotthelf – das ist heute Hollywood. Das Horror- und Heimatdrama «Die schwarze Spinne» überspringt Jahrhunderte und erzählt doch immer dieselbe Geschichte. Hier der Trailer, Licht aus, Film ab.

Schwerpunkt

Ernst ist immer. Humor muss sein.

Humor ist gut. Ich bin dafür. Und ich kenne niemanden, der sich von der Aussage distanzieren würde: Humor muss sein. Hingegen kenne ich viele, eigentlich nur solche, die nichts anfangen können mit der Aussage: Ernst muss sein. Unsinn – Ernst muss nicht sein. Ernst ist ja schon. Ernst ist immer. Ernst ist der tägliche Begleiter […]

Scharfe Satire…
Franz Hohler, photographiert von Michael Wiederstein.
Scharfe Satire…

… verlangt ein denkendes Publikum. Denn nur wer in aberwitzigen Geschichten nach den Schrecken der Realität sucht, kann mit spitzen Pointen und politischer Komik umgehen. Sagt Franz Hohler. Der zum Kulturgut gewordene Schriftsteller weiss vom Humor zu sprechen – und von seinen Schattenseiten.

Wie meinen Sie das?
Milena Moser, photographiert von Katharina Lütscher.
Wie meinen Sie das?

Wenn Humor aus tiefen Abgründen klettert, ist er häufig schwarz gefärbt – und nicht immer leicht zu durchschauen. Zumindest für jene zahlreichen Schweizer, denen der heilige Ernst des Lebens den Sinn für die Satire vernebelt.

Lachen, dass sich die Berge biegen

Komik entsteht, wenn Erwartung und Erfüllung kollidieren. Welche Muster aber mach(t)en sich Schweizer Literaten zunutze, um ihre Leser zu erheitern? Lange gar keine. Und ebenso lange jene rund um den bäuerlichen Gotthelf-Kosmos. Endlich von diesem losgelöst, lacht die Literatur heute auf verschiedensten Bühnen.

Heimatvernichtung
Hermann Burger, photographiert von Yvonne Böhler.
Heimatvernichtung

Tunnelmief und Bergidyll, schwaches Glied und Männlichkeit: Hermann Burger spülte die Schweizer Nationalmythen schon 1982 mit sichtlichem Vergnügen die Reuss hinunter – und schuf mit der «Künstlichen Mutter» den bis dato humorigsten literarischen Höllentrip ins Herz der Eidgenossenschaft.

Spitznamen – oder: Nomen omen est?
Iso Camartin, photographiert von Suzanne Schwiertz.
Spitznamen – oder: Nomen omen est?

Wortwitze und Spitznamen, Sprachscherze und Anspielungen sind ein grandioses Spielmaterial für unseren Geist. Aber nur so lange, wie die davon Betroffenen mitlachen können. Die moralisch einwandfreieste Art des Lachens bleibt die Selbstironie.

Kolumne

Rezensionen