In dieser Ausgabe

Editorial

Editorial 09

Das Literaturjahr 2012 war für die Schweiz auf den ersten Blick kein besonders gutes. Und wenn ich das hier so nonchalant schreibe, meine ich nicht den demokratisch gespülten Buchpreisbindungsvorstoss im Februar, sondern die erzählerische Qualität der helvetisch-belletristischen Neuerscheinungen dieses Jahres. Die Menge an aussergewöhnlichen, an uns Lesern lange nagenden oder uns einfach nur blendend unterhaltenden […]

Wahrscheinlich geht alles weiter

Nach den Posaunen kommen die Reiter. Sie brechen die Siegel und los geht’s. Die Schritte sind apokalyptisch festgelegt, der Abgrund tut sich auf. Im späten Oktober, gerade richtig zu Allerheiligen und um dem legendären Headless Horseman von Washington Irving nur ja wieder Wind unter die Hufe beim Beuteritt durch Allzu-Sleepy-Hollow zu geben, hat Sandy sich […]

Der «Lebenskampf des Schriftstellers»

Der Schriftsteller Franz Böni, dieses Jahr 60 geworden, von dem bislang 30 Bücher erschienen sind, gleicht einem Phantom: Wer sich noch an seinen Namen erinnert, vermag nicht zu sagen, was der Autor heute treibt, wo er lebt, ob es ihn überhaupt noch gibt. Dabei publiziert er noch – und das nicht zu knapp.

Wacher Geist und wilder Eros

Wahrscheinlich ist der 1953 in Bern geborene Christoph Braendle in Österreich bekannter als in der Schweiz. Seit einem Vierteljahrhundert wohnt er mitten in Wien, sofern er nicht in Marokko ist oder sonstwo auf der Welt – im Grunde nämlich ist dieser Feingeist ein passionierter Weltenbummler.

Kolumne

Die Erfindung der Kleinfamilie

Als Jurassien habe ich einen Dichter und einen Sänger. Der Dichter des Juras ist Jean Cuttat (1916–1992). Er gründet 1942 in Porrentruy den Verlag Portes de France und publiziert die Texte der Verfemten und die Stimmen der Résistance. In einem seiner Gedichte, dem «Chanson de l’homme», heisst es dem Sinn nach: «Sieh, ich bin der […]

Rezensionen