In dieser Ausgabe

Editorial

Editorial #15
Michael Wiederstein, photographiert von Thomas Burla.
Editorial #15

Liebe Leserinnen und Leser Diesen Monat fangen wir Autoren ein, die durch alle Raster fallen. Sozial wie künstlerisch. Schriftsteller, deren Literatur eben deshalb als besonders «nah dran» am Leben, als besonders «echt» empfunden wird, weil Form und Inhalt in einzigartiger Weise miteinander korrespondieren. Schriftsteller, die – trotz ihrer rein zahlenmässigen Überschaubarkeit – als ganze «Genera-tion» in die […]

Beats vor Bergen und Hochhäusern

Frühsommer 1965. Ich schaute nach Norden, und aus dem Dunst über den grünen Teehügeln ragte in eisiger Pracht das Massiv des Kanchenjönga in den Himmel. Neben mir, auf einer Dachterrasse des Gelugpa-Klosters Ghoom, ein anderer Westler mit Blick in die gleiche Richtung. «Im Vergleich dazu sind die Alpen mit ihrem Mt. Blanc nur ein Zwergen-Himalaya», meinte […]

Burroughs im Bergdorf
Haute-Nendaz, photographiert von Claudia Mäder.
Burroughs im Bergdorf

Als ein visionärer Amerikaner 1971 antrat, die Welt vom Wallis herab zu revolutionieren, war William S. Burroughs mitten im Geschehen, respektive Nichtgeschehen: Eingeladen, an einer Phantom-Uni in Haute-Nendaz zu dozieren, verbrachte er drei geruhsame Wochen im Höhenhotel.

«…dann schmeissen uns die pfiffigen Schweizer alle raus»
Postcard to Brion Gysin, dated October 18, 1971: Series III, C-37 Part V, Box 86, Fol. 5: Courtesy of the Henry W. and Albert A. Berg Collection of English and American Literature. The New York Public Library, Astor, Lenox and Tilden Foundations, used by permission of The William S. Burroughs Trust and The Wylie Agency LLC. Copyright © The Estate of William S. Burroughs.
«…dann schmeissen uns die pfiffigen Schweizer alle raus»

Wenn William S. Burroughs während seines Wallis-Aufenthalts weder an der «University of the New World» dozierte, noch in seinem Hotelzimmer las oder Codein-Pillen schluckte, schrieb er Briefe an Freunde und Bekannte: Zwei unkorrigierte Rapporte aus Haute-Nendaz.

Naiv ist, wer glaubt, es bleibe, wie es war
André Gstettenhofer, photographiert von Michel Gilgen.
Naiv ist, wer glaubt, es bleibe, wie es war

Als der Begriff «digital» noch jungfräulich war, unbefleckt von totaler Überwachung und vom kulturpessimistisch angedrohten Untergang der Musik, der Literatur sowie von allem anderen, das Spass macht, nannte die Indie-Band Tocotronic 1995 ihr erstes Album «Digital ist besser». Ironisch, denn Digital war «schlecht» für eine starre Branche wie die Musikindustrie, die stoisch festhielt am Alten und […]

Kolumne

Die Bar ist ein sinnloser Ort
Stefanie Sourlier, photographiert von Ayse Yavas.
Die Bar ist ein sinnloser Ort

«Was ich von den wenigen Dingen, die ich mochte und auch beherrschte, am besten beherrschte, war das Trinken. Obwohl ich ausgesprochen viel gelesen habe, habe ich noch mehr getrunken. Ich habe zwar viel weniger geschrieben als die meisten, die schreiben, aber viel mehr getrunken als die meisten, die trinken.» – Guy Debord

Rezensionen