Pascal Janovjak

Ausgezeichnet für sein Werk «Le Zoo de Rome».

Pascal Janovjak
Pascal Janovjak, fotografiert von Younès Klouche/BAK.

Zu Janovjaks ausgezeichnetem Werk «Le Zoo de Rome» (Actes Sud, 2019):

Wofür geht man in den Zoo? Natürlich, um Tiere anzusehen: fremde, wilde, stolze Tiere. Doch manchmal schauen die Tiere zurück – und wer sagt uns, dass sie sich nicht denken: «Ah schau, die nackten Affen mit Sneakers und Glace sind wieder da»? Pascal Janovjaks «Le Zoo de Rome» demaskiert den Menschen letztlich durch die Augen eines eingesperrten Tieres. Auch er ist ein Schicksalswesen, das sich den Umständen ergibt – ohne deren Vorhandensein überhaupt zu bemerken. Der Roman spielt in einem überdimensionierten Zoo in Rom, der noch aus einer Zeit stammt, als die Leute von exotischen Tieren nicht genug bekommen konnten. Giovanna, die Kommunikationschefin des Zoos, und Chahine, ein algerischer Architekt, haben beide ein Faible für den «Grossen Ameisenbären» (den letzten seiner Art) und ansonsten ein zärtliches Ding am Laufen. Der Zoo ist hier eine Allegorie auf das Leben und das heutige Italien, das weder ökonomisch noch historisch in die Grandezza von damals passt. Das alte Rom und der grosse Bär, beide stehen vor dem Schicksal, ein Ausstellungsstück zu werden. Pascal Janovjak ist es gelungen, tiefe Gedanken über die menschliche Natur in kurzweiligen Anekdoten und Aperçus zu verstecken, leichtfüssig und raffiniert. Der Elefant im Raum ist – der Mensch. (Milosz Matuschek)

Ein Zitat aus dem Werk:

«C’était une opinion toute personnelle, elle n’y connaissait rien, mais le problèmelui paraissait insoluble: après tout, dans un zoo, les pauvres bêtes ne se choisissaient pas. Moro sourit. C’était un peu plus compliqué, dit-il en essuyant ses lunettes, et «choisir» n’était pas le bon terme pour des animaux en chaleur (…). En réalité, la probabilité d’un accouplement entre deux individus lambda est infiniment plus haute lors qu’ils se trouvent prisonniers d’un enclos. C’est l’avantage des milieux artificiels…»

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