Literatur schreibt Topographie

Liebe Leser Kürzlich stand ich als Pfingstreisender südlich von Thusis im Stau. Unfall im Tunnel weit vor mir, nichts ging mehr, ich schaute aus dem Fenster: Abgründe und viel Beton, immerhin sonnig. «Via Mala» stand da – eine Zündung bei längst ausgeschaltetem Motor. John Knittels gleichnamiger Roman aus dem Jahr 1937 erzählt kaum von der […]

Das Individualistenkollektiv

«Ich bin. Ich denke. Ich will. Meine Hände… Mein Geist… Mein Himmel… Mein Wald… Diese meine Erde. Das sind die Worte. Das ist die Antwort.» Was wie das Gestammel eines zeitgenössischen Egozentrikers aus der Bausparwerbung klingt, stammt aus der Feder der US-Schriftstellerin Ayn Rand.

Editorial

Liebe Leser Das «Schriftdeutsche gehört unabdingbar zur Schweiz, dank ihm partizipiert sie an einem grösseren Kulturraum, der wiederum ohne sie nicht denkbar ist.» Hugo Loetschers Verteidigung der sogenannten Hochsprache ist nun bereits einige Jahrzehnte alt. Die hiesigen Spannungen zwischen Mundart und Hochdeutsch gehen jedoch viel weiter zurück – und sind weiterhin omnipräsent. Zürich «stärkt» seit […]

Rote Rosen für Frau Oberling

Für Sie, ja für Sie hab ich sie gepflückt, die roten Rosen, denn es dünkt mich, als passten sie nur all zu gut zu Ihren teuren Lippen, Frau Oberling, zu Ihren feinen Fingern von früher, Frau Oberling, Sie haben schöne Finger, ich mag Ihre Fingerbeeren wie sie jetzt die Rosen halten, sie wirken gut aufgehoben, […]

Mord und Totschlag!

Liebe Leser Kürzlich wohnte ich einem Vortrag des Literaturnobelpreisträgers Mario Vargas Llosa in St. Gallen bei. Er äusserte bemerkenswerte Gedanken zu den Wechselwirkungen von Literatur und Geschichte, die auch den Krimi-Schwerpunkt (ab S. 4) dieser Ausgabe neu kontextualisieren: die Geschichte, so Vargas Llosa, sei der konkurrenzlos grösste Ideenfundus für jede Art von Literatur. Andererseits sei […]

Editorial

Liebe Leser Verdächtig, dass sich die Welt im Jahr 2011 wieder vermehrt über Grenzen unterhält: vornehmlich geht es zwar um Währungs- oder Schuldengrenzen, aber auch die Landesgrenze erfreut sich neuer diskursiver Beliebtheit. Distinktion scheint das Gebot der Stunde. Nicht so in der Literatur: hier werden mannigfaltige Zu- und Einflüsse begrüsst, prägen gar das Bild.  Davon […]

Editorial
Editorial

Schon wieder eine Premiere! Gewiss, aufmerksame Leser des «Schweizer Monats» wussten bereits, dass wir nach dem Relaunch den Literaturteil aufstocken würden. Hier ist er nun erstmals, der «Literarische Monat», unsere neue Literaturbeilage! Zum Blättern, zum Lesen. Denn Lesen, so empfinden wir, ist eine Tätigkeit, die auch künftig ohne http, Batterie oder Netzteil auskommen darf. Zoë […]