Jagen lernen

in den wärmekammern der zwischenzeit dort schien er gut aufgehoben und vor allem greifbar, dieser flüchtige nicht näher bestimmbare einfall   manchmal, aus dieser holprigen unstimmigkeit heraus in dem hohlraum zwischen zwei silben, in der stille nach einer aussprache, bei dem schritt hinaus in die sonne / hinein aus dem regen in dem moment, in […]

in den wärmekammern der zwischenzeit

dort schien er gut aufgehoben

und vor allem greifbar, dieser flüchtige

nicht näher bestimmbare einfall

 

manchmal, aus dieser holprigen unstimmigkeit heraus

in dem hohlraum zwischen zwei silben, in der

stille nach einer aussprache, bei dem schritt

hinaus in die sonne / hinein aus dem regen

in dem moment, in dem die hand vom türgriff

in die leere gleitet, finde ich mich wieder

ein ansatz – rückführend eine linie

durch unerwartete volumen, wie

negative erhebungen und steilwände

 

man müsste skulptural schreiben können

eine überreale gegenständlichkeit evozieren

von hitze, von kälte, von querspannung

 

wie kommt man ihnen näher, diesen

kontaktstellen, die zeitlos signale senden

auf einer unhörbaren frequenz

man müsste sich tagelang auf die lauer legen

mit einem weissen blatt, ohne zu wissen für was

Sag ja zu deinem Problem!

Der Film «Brazil» zeigt uns die Empfangshalle eines imaginären Informationsministeriums. Dort steht ein kleines Gerät namens «Decision-Maker». Es sieht aus wie ein Miniaturmodell der Guillotine und wird von einem sadistischen Angestellten bedient: Rein zufällig fällt das Lot mal auf diese, mal auf jene Seite. Auf welche, ist egal, Hauptsache, es wird entschieden. Dieses Gerät möchte […]

Philipp Theisohn, fotografiert von Ayse Yavas.
«Der Seismograf der
literarischen Schweiz.»
Philipp Theisohn, Literaturwissenschafter,
über den «Literarischen Monat»