In dieser Ausgabe

Editorial

Editorial #14
Editorial #14

Liebe Leserinnen und Leser Der Begriff der «Zeitenwende» ist überstrapaziert. Trotzdem fällt mir für die folgenden Betrachtungen und Überlegungen kein besseres Label ein: Es findet eine «Zeitenwende» des Leseverhaltens statt. Eine, die ihren Namen aus mehreren Gründen verdient. Wovon rede ich? Vom rasanten Popularitätszuwachs der Lyrik! Nicht gleich abschalten: Der Gattung ist schon zu oft […]

Klimawandeln
Nora Gomringer, photographiert von Anny Maurer.
Klimawandeln

Vor fünf Jahren habe ich ein Gedicht mit dem Titel «Dichtertreffen» in meinem Band «Klimaforschung» veröffentlicht, das das Wort «dicht» in einer Zeile in «dicht gedrängt» übersetzt und damit das Hehre des Begriffs in Pragmatik überführt. Es geht nun ein Jahr zu Ende, in dem ich an 10 Lyrikfestivals im In- und Ausland teilgenommen und zahlreiche […]

Falsche Versprecher
Michael Stauffer, photographiert von Tobias Bohm.
Falsche Versprecher

Ich habe mir vor kurzem ein Programm gekauft, das mir versprach, dass ich damit auf meinem Computer mehr schaffen würde, als ich je für möglich gehalten hätte – und alles ganz einfach. Und mit bis zu 99 Prozent richtiger Spracherfassung!  Die Spracherfassungssoftware versprach mir weiter, sie sei vollkommen intuitiv zu bedienen und werde mich auf […]

Michael Fehr sagt
Michael Fehr, photographiert von Affolter/Savolainen.
Michael Fehr sagt

«Sterne, Staub, Kometen, Planeten, Löcher… Mir geht es darum, keine Angst davor zu haben, zu verglühen. Sondern aus der Asche wieder aufzustehen oder aufzubegehren, aufzuflackern oder aufzuflattern», sagt der Berner Lyriker Michael Fehr. In seinen Textschwärmen ist alles, was in seinem Denk- und Vorstellungskosmos nicht der leere Raum ist. Ein exklusiver, sehr persönlicher Auszug aus dem Werk eines Schweizer Hoffnungsträgers.

Nicht ganz dichte Kunst

Bieten 140 Zeichen Platz für Poesie? Die interaktive Schnellkommunikation steht im Verdacht, die Sprache zu verarmen. Das muss nicht sein, sagt Eric Jarosinski: Reduziert man sie maximal, verdichten sich die Zeichen zu ganz eigener Kunst – im besten Fall.

Bin ich eine Exotin?
Claire Plassard, photographiert von Michael Wiederstein.
Bin ich eine Exotin?

Ich besitze ein Smartphone und auch andere Accessoires des 21. Jahrhunderts. Meine Leidenschaft aber ist eine scheinbar unzeitgemässe: Ich fische nach Worten. Macht mich das zur Lyrikerin? Was ist überhaupt ein Gedicht? Und sind diese Fragen eigentlich wichtig?

Prosaische Fragmente zur Lyrik

Die Lyrik dieser Tage hat einen schweren Stand. Ihr Problem sind nicht nur die zahlreichen Verächter, die sich über ihre angebliche Hermetik, Esoterik oder Komplexität beklagen. Nein, es ist die Prosa unseres Lebens, die dem Leben der Poesie im buchstäblichen Sinne den Prozess macht.

Die Verdingdichter

Just do it! Ist das leichter gesagt als getan – oder umgekehrt? Werbetexter Markus Rottmann über das lockere Auftreten von scharfen Sprüchen und die unerträgliche Leichtigkeit einer harten Arbeit: das poetische Schreiben für andere.

Rezensionen