«La chiave nel latte»:
Verflochtene Sprachen

Alexandre Hmines Roman handelt von einem marokkanischen Jungen, der unter der Obhut einer Witwe im Tessin aufwächst

«La chiave nel latte»:   Verflochtene Sprachen
Alexandre Hmine, fotografiert von Maurice Haas.

Zu Hmines ausgezeichnetem Roman «La chiave nel latte» (Gabriele Capelli Editore, 2018):

Alexandre Hmines Roman wurde 2017 bereits mit dem Studer/Ganz-Preis für das beste italienischsprachige Erstlingswerk ausgezeichnet. Kurze, ausdrucksstarke Episoden, Impressionen und Erinnerungen fügen sich zum Porträt eines marokkanischen Jungen, der unter der Obhut der älteren Witwe Elvezia im Tessin aufwächst. Kindliche Spiele, religiöse Feste oder erste Liebeleien, ein Besuch im sogenannten Heimatland, später auch die wachsende Zuneigung zur Literatur leuchten in ihnen auf. Die erzählerische Sprache selbst verdichtet sich dabei zunehmend zur grossen Frage nach Zugehörigkeit und Identität. Und auf Italienisch, Französisch, Arabisch und Schweizerdeutsch – nebeneinander und miteinander verflochten – ist sie sich selbst eine Art Antwort. (Stephan Bader)

Ein Zitat aus dem Werk:

«Torno con la memoria a quando divoravo i Landjäger, ai panini al salame che mi preparava l’Elvezia in occasione delle gite scolastiche. E tutto questo mi disturba. Mi ammorba. Come è possibile? Mi si presenta, nitido, il volto schifato di mia madre mentre spiega perché il maiale è un animale immondo. Il modo in cui storce la bocca.»

Fotos: Maurice Haas